Wobei geht es im Design Thinking? Hier mal ein paar Beiträge aus der Presse dazu, die das Thema gut umreißen.
Gerne können auch Kommentare und Diskussionsfragen gestellt werden.
--> Hier gibt es den Link zum Design Thinking Toolkit for Educators
Beitrag der Frankfurter Allgemeine
Beitrag der VDI-Nachrichten:
Design Thinking verändert unsere Arbeitskultur"
Produktmanagement:
Auf dem globalen Markt werden die Innovationszyklen immer kürzer und
erfordern neue Strategien für die Entwicklung von Produkten und
Dienstleistungen. Design Thinking ist eine Variante. Auf diese an der
US-Universität Stanford geborene Philosophie werden mittlerweile auch
deutsche Firmen aufmerksam.
VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 9. 13, ws
„Jeder, der in einer sich immer schneller vernetzenden Welt lebt, kann
mit Design Thinking etwas anfangen, vom einzelnen Individuum über Klein-
und Mittelständler und Großunternehmen bis zu politischen
Institutionen“, ist Ulrich Weinberg überzeugt.
Der studierte Grafiker leitet am Potsdamer Hasso Plattner Institut
(HPI) die School of Design Thinking. Seit 2007 können Studierende hier
aus unterschiedlichen Fachrichtungen lernen, wie man eng am Kunden
orientiert praxistaugliche und verbraucherfreundliche Lösungen für
Unternehmen und öffentliche Institutionen entwickelt.
Design Thinker arbeiten grundsätzlich in multidisziplinären Teams. So
kooperieren „kreative Querdenker“, wie das HPI sie bezeichnet, aus den
Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie oder
Psychologie, um unterschiedliche Aufgaben zu lösen.
Es kann um den neuen IT-Arbeitsplatz für VW, das verbesserte
Antragsverfahren für die Bundesdruckerei oder das Homeshopping-Konzept
für die Metro gehen. Die Gruppen gehen nach einem sechsstufigen Prozess
vor, an dessen Anfang das Verstehen und Beobachten steht. Weinberg: „Die
beste Inspirationsquelle ist es, sich die Menschen nach ihren
Bedürfnissen anzuschauen.“
Dann folgen das eigentliche „Erfinden“, die Visualisierung und der
Prototypenbau – gerne auch mithilfe von Legosteinen, Playmobil-Figuren
oder Kostümen – und die Erprobung. Das Verfahren wird in Rückkopplung
mit dem Kunden wiederholt, bis das optimale Produkt steht. Am
Besprechungstisch findet man diese Entwickler selten, denn zu den
Prinzipien von Design Thinking gehört eine variable Arbeitsumgebung.
Viele junge Menschen seien gute Player auf ihrem Spezialgebiet,
beobachtet Weinberg, aber auf eine immer komplexere Welt viel zu wenig
vorbereitet.
Doch Design Thinking bedeutet nicht nur einen pädagogischen
Paradigmenwechsel. „Der ökonomische Grundgedanke ist, dass die
Wertschöpfung beim Kunden beginnt“, sagt Martin Beyerle, Mitgründer der
Kölner Service Design-Agentur minds & makers.
Beyerle zählt die Domstadt ebenso zu seinen Auftraggebern wie die
Hilfsorganisation „Aktion Mensch“ oder den E.on-Vertrieb Deutschland.
Die Instrumente der klassischen Marktforschung, erklärt der
Betriebswirt, seien weder geeignet, Empathie gegenüber der Zielgruppe
aufzubauen, noch seien sie inspirierend für den Innovationsprozess.
Beyerle und seine drei Kollegen arbeiten deswegen mit kleineren
Kundengruppen und gehen in die Tiefe.
Für die Unternehmen, die Design Thinking wagen, bedeutet dies, dass sie
den Kundenkontakt direkt vor Ort suchen müssen. So haben die
E.on-Mitarbeiter von Vertrieb und Service ihre Kunden zu Hause besucht,
sie nach ihrem Zeitmanagement gefragt und gemeinsam den Zähler
abgelesen.
Ziel war es, den Kernprozess von der Ablesung bis zur Jahresabrechnung
zu optimieren. In Workshops erarbeiteten Experten gemeinsam mit den
Endverbrauchern Lösungsansätze. Die Teams fanden heraus, dass es
sinnvoll ist, mit der Aufforderung zur Nachzahlung direkt eine
Verbrauchsberatung anzubieten, weil die meisten Kunden eine Nachzahlung
mit Preiserhöhungen, nicht aber mit ihrem eigenen Verbrauchsverhalten in
Verbindung bringen.
„Früher konnten wir nur einzelne Kundenkontaktpunkte verbessern“,
berichtet Michael Wend, im Unternehmen zuständig für das Thema. „Jetzt
ergibt sich für uns ein besseres Gesamtbild.“ Wichtig sei, sich bei
jedem Schritt zu fragen: Was bedeutet das aus Kundensicht? Mittlerweile
sei Service Design im Privatkundenbereich ein etabliertes und von den
Beschäftigten – vom Kundenbetreuer bis hin zur Geschäftsführung –
akzeptiertes Instrument, zieht Wend eine positive Zwischenbilanz.
Auch die SAP AG setzt auf die neue Methode. „Wir verstehen es nicht als
Einzelinstrument, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeit und
unserer Unternehmenskultur“, betont Michael Spindler, beim
Softwarehersteller Experte für Design Thinking.
Nicht nur Bereiche wie Entwicklung, Vertrieb und Beratung sollen an den
Ansatz herangeführt werden, auch die Personalabteilung. SAP schickt
seine Entwickler in die Unternehmen, um sich die Arbeitsbedingungen und
-prinzipien ihrer späteren Nutzer anzuschauen und diese Erfahrungen in
die Produkte einfließen zu lassen. „Es entsteht mehr Nähe zum
Endverbraucher. Die Entwicklungsarbeit ist weniger abstrakt“, so
Spindler. „Das stößt bei unseren Mitarbeitern auf große Resonanz.“
Mehr als 4000 Menschen hat SAP nach eigenen Angaben mittlerweile in
Design Thinking trainiert. Knapp 300 Entwicklungsprojekte sollen bis
Ende 2013 nach dieser Methode arbeiten. Dank des neuen Ansatzes habe man
die Entwicklungszeit von Software und Lösungen von 18 auf 7,5 Monate
verkürzen können.
„Der Bedarf am Markt ist sehr hoch“, sagt Spindler. Auch Ulrich
Weinberg beobachtet, dass die Nachfrage und das Interesse der Wirtschaft
massiv zugenommen haben. Zehn der 20 größten Unternehmen in Deutschland
gehören nach seinen Angaben entweder zu den Projektpartnern des HPI
oder schicken ihre Professionals zur Weiterbildung nach Potsdam. „Design
Thinking verändert unsere Unternehmens- und Arbeitskultur“, ist der
Experte überzeugt. JUTTA WITTE
Definition bei Gründerszene:
Design Thinking ist ein aus den USA stammender Kreativprozess zur Ideenfindung, der sich am Nutzer orientiert und auf Design-Methoden beruht.
Design Thinking ist ein von der Innovationsagentur IDEO entwickelter Prozess zur Förderung kreativer Ideen. Ähnlich dem User-Centered-Design (UCD) fokussiert sich die Design Thinking-Methode darauf, Innovationen hervorzubringen, die sich am Nutzer orientieren und dessen Bedürfnisse befriedigen. Um dies zu gewährleisten, greift Design Thinking auf Vorgehensweisen aus dem Design-Bereich zurück, welcher explizit nutzerorientiert arbeitet. Dabei basiert Design Thinking auf vier wesentlichen Komponenten:
Ein iterativer Prozess (I): eines der wesentlichen Elemente des Design Thinkings ist der klar strukturierte Prozess, der sich in iterativen Schleifen vollzieht. Sow wird früh prototypisiert und Einsichten werden wiederholt rekapituliert. Der iterative Prozess des Design Thinkings besteht in der Regel aus sechs Schritten:
- VERSTEHEN: im ersten Schritt geht es um das Verständnis des Problems, was in der Wahl einer geeigneten Fragestellung mündet, welche die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts definiert.
- BEOBACHTEN: es folgt eine intensive Recherche und Feldbeobachtung, um wichtige Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen und die Rahmenbedingungen des Status Quo zu definieren.
- POINT-OF-VIEW: die gemachten Beobachtungen werden dann auf einen einzelnen, prototypischen Nutzer heruntergebrochen, dessen Bedürfnisse in einer klar definierten Brainstorming-Frage kondensiert werden.
- IDEENFINDUNG: dieser Schritt ist eines der Kernelemente des Design Thinkings und besteht vor allem aus dem Brainstorming, welches der Entwicklung und Visualisierung unterschiedlicher Konzepte dient.
- PROTOTYPING: zum Testen und Veranschaulichen der Ideen werden erste, aufwandsarme Prototypen entwickelt und an der Zielgruppe getestet.
- VERFEINERUUNG: auf Basis der durch Prototypen gewonnenen Einsichten wird das Konzept weiter verbessert und solange verfeinert, bis ein optimales, nutzerorientiertes Produkt entstanden ist. Dieser Iterationsschritt kann sich auf alle bisherigen Schritte beziehen.
Eigene Werte (II): Bekannt geworden sind die klar definierten Werte der Brainstorming-Phase:
• Arbeite visuell (be visual)
• Nur einer spricht (one conversation at a time)
• Fördere verrückte Ideen (encourage wild ideas)
• Stelle Kritik zurück (defer judgement)
• Quantität ist wichtig (go for quantity)
• Bleib beim Thema (stay on topic)
• Baue auf den Ideen anderer auf (build on the ideas of others)
Interdisziplinäre Teams (III): Um möglichst vielfältige Herangehensweisen an eine Problemstellung zu gewährleisten, kommen beim Design Thinking Personen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Dies können berufliche sein, aber auch kulturelle, nationale oder einfach nur Alters- und Geschlechtsunterschiede. Entscheidend ist der vielschichtige Blick auf eine Thematik.
Mobile Raumkonzepte (IV): Raum nimmt eine große Rolle beim Design-Thinking ein. Arbeiten im Stehen, Schreiben auf Whiteboards und mobile Raumkonzepte gehören aber zum Design Thinking wie Erfinder IDEO es praktiziert.
Entwickelt durch IDEO wurde Design Thinking dadurch sehr bekannt, dass die amerikanische Elite-Universität Stanford ein eigenes Institut unter Schirmherrschaft von SAP-Gründer Hasso Plattner zu diesem Thema ins Leben gerufen hat, die mit der HPI School of Design Thinking (D-School) auch in Potsdam einen Ableger gefunden hat.
Beispiel:
Die HPI School of Design Thinking in Potsdam praktiziert Design-Thinking. Ebenso hat das in Stanford ansäßige Hasso Plattner Institute of Design auch mit Projektergebnissen wie dem "D-Light", einer Solar-Lampe für die dritte Welt, von sich Reden gemacht.
Ahmed Acar erklärt den Begriff "Design Thinking"
Die HPI School of Design Thinking in Potsdam praktiziert Design-Thinking. Ebenso hat das in Stanford ansäßige Hasso Plattner Institute of Design auch mit Projektergebnissen wie dem "D-Light", einer Solar-Lampe für die dritte Welt, von sich Reden gemacht.
Ahmed Acar erklärt den Begriff "Design Thinking"